Der Natur- und Vogelschutzverein Buchs sucht, auch in diesem Jahr, Gartenbesitzer in Buchs AG, die ihren Kirschlorbeer aus ihrem Garten verbannen möchten. Unter den Teilnehmern des Wettbewerbes verlosen wir einen NVV-Garteneinsatz. Konkret heisst das, wir gehen zum Gewinner nach Hause, fällen den Kirschlorbeer, entfernen die Wurzeln und ersetzen ihn durch einen einheimischen Strauch, der vom NVV gesponsert wird.

Die Teilnahmebedingungen sind:

  • Sie haben auf Ihrem eigenen Grundstück einen Kirschlorbeer.
  • Der Durchmesser des Stammes ist nicht dicker als 15 cm.
  • Sie freuen sich, das Gartenteam nach Ihren Möglichkeiten zu unterstützen (zum Beispiel mit der Schaufel oder einer Zwischenverpflegung)

 

Wenn Sie die Teilnahmebedingungen erfüllen, freuen wir uns über ein Mail, mit ihrer Adresse an info@nvvbuchs.ch

oder einer Karte an NVV Buchs, Verena Tüscher, Lindenweg 6, 5033 Buchs.

Der Einsendeschluss ist der 25. Oktober 2020

Der Gewinner wird schriftlich informiert.

 

 

 

Im Garten der Familie Kaufmann steht ein Baumstumpf eines alten Zwetschgenbaumes, der nach einem Sturm 2014 auf der Höhe von ca. einem Meter abgesägt wurde. Der Baumstumpf steht an einem warmen und sonnigen Ort. Der Baumstumpf ist Lebensort von zwei sehr faszinierenden Insekten: eine Kolonie einer riesigen, schwarzen, haarigen  Ameise und einem grossen schwarzem Käfer.

Bei den Ameisen bin ich mir nicht ganz sicher, da die Haarige Holzameise gemäss Verbreitungskarte auf Infofauna nur im Wallis und Tessin vorkommt. Auf Grund des Aussehens und der Kolonie in einem toten Laubbaumstumpf bin ich mir aber beinahe sicher, dass es sich nicht um die ähnlich grosse Schwarze Rossameise (Camponotus herculeanus) handelt, da diese in lebenden Tannenbäumen ihre Kolonie baut.  Vielleicht kann mir bei der genauen Bestimmung jemand helfen.

Haarige Holzameise (Camponotus vagus)

Die Haarige Holzameise ist eine der grössten einheimische Ameisenart. Die Arbeiterinnen werden 6 bis 14 mm gross und sind polymorph, dass heisst sie sind unterschiedlich gross. Dies lässt sich ganz gut beobachten. Ich vermute, dass es bei den Arbeiterinnen verschiedene Rollen gibt. So lassen sich aus meiner Sicht Bauarbeiterinnen, Wächterinnen, Späherinnen, und Jägerinnen von der Grösse und vom Verhalten unterscheiden. Die Wächterinnen warten bei den Eingängen und beschnuppern ankommende Ameisen. Die Bauarbeiterinnen sind innerhalb des Baumstumpfs und bauen weiter am Ameisenbau. Sie transportieren die abgekauten Holzstücke aus dem Bau.

Gemäss Wikipedia und dem Ameisenwiki leben in einer Kolonie der Haarigen Waldameise 1’000 bis 4’000 Arbeiterinnen. Sie ernähren sich von kleinen Insekten und auch vom Honigtau von Blattläusen.

Balkenschröter (Dorcus parallelipipedus)

Im April sind hinter der Baumrinde sehr grosse Larven und Frassgänge zum Vorschein gekommen. Nun im August ist klar die Larven sind nicht vom Nashornkäfer oder vom Hirschkäfer sondern vom Balkenschröter.

Larven im Totholz, vermutlich vom Balkenschöter (April 2020, S.Kaufmann )

Der Balkenschröter ist Verwandt mit dem Hirschkäfer und sieht ähnlich aus wie das Hirschkäfer-Weibchen ist aber mit ca. 16- 32 mm Länge etwa halb so gross. Beim Käfer, der nun gefunden wurde handelt es sich vermutlich um ein frisch geschlüpftes Adult-Tier. Gemäss Wikipedia verpuppen sich die Larven nach 2 bis 3 Jahren und schlüpfen im Spätsommer (August) und Überwintern dann noch am gleichen Ort, bevor sie im darauffolgenden Frühling den Verpuppungsort verlassen, um einen neuen Ort zu suchen.

Der Balkenschröter ist ca. 2 cm gross (August 2020, S.Kaufmann)

Der Name des Balkenschröters kommt von den Larven. Die Larven schrotten (zermahlen) das Holz richtig und hinterlassen Mull.

Mull der Larven des Balkenschröter (April 2020, S.Kaufmann)

Wir gehen dem Kirschlorbeer an den Kragen!

Im letzten Herbst hat der Natur- und Vogelschutzverein Buchs einen Wettbewerb gestartet. Teilnehmen konnten alle Hausbesitzer, die einen Kirschlorbeer im Garten hatten und bereit waren darauf zu verzichten. Der NVV wollte damit auf die Problematik des unkontrollierten Ausbreitens dieses Neophyten und dem damit verbundenen Rückgang unserer einheimischen Pflanzenvielfalt aufmerksam machen.

Im Juni war es soweit. Ein NVV-Team hat bei den Gewinnern des Wettbewerbes, der Familie Sismanis im Lärchenweg, den Kirschlorbeer ausgegraben und an seiner Stelle einen Holunder gepflanzt.

Leider stehen immer noch sehr viele Kirschlorbeeren in den Buchser Gärten. Das Problem ist, dass er sehr günstig und immergrün ist, aber für die Tiere eine ökologische Wüste darstellt. Die Beeren, mit den wuchsfreudigen Samen, fallen direkt auf den Boden oder werden von Vögeln gefressen und durch ihren Kot überall, auch in unseren Wäldern, verteilt und verdrängen so unsere einheimischen Pflanzen. Diese sind aber sehr wichtig als Futterquellen, Nistplätze und/oder Rückzugsorte für unsere Tiere.

Braucht es wirklich das ganze Jahr einen immergrünen Sichtschutz im Garten? Reicht es nicht auch, wenn es in der Zeit, in der man draussen sitzt, grün ist? Wie wäre es zum Beispiel mit einer Naschhecke anstatt eines Kirschlorbeers? Sie könnten ab und zu ein paar Beeren direkt vom Strauch pflücken und auch viel mehr Insekten und Vögel beobachten, denen Sie zusätzlichen Lebensraum bieten. Keine Angst, mehr Arbeit als ein Kirschlorbeer macht eine solche Hecke bestimmt nicht. Das Pflücken der Beeren übernehmen auch gerne die Vögel.

Helfen Sie mit, gehen auch Sie dem Kirschlorbeer an den Kragen!

  • Kaufen/Pflanzen Sie einheimische Sträucher (s. floretia.ch) anstatt Kirschlorbeer
  • Fällen Sie Ihren Kirschlorbeer
  • Falls Sie einen Kirschlorbeer im Garten haben und sich nicht trennen möchten:

–    schneiden Sie ihn regelmässig zurück
–    schneiden Sie die Blüten nach dem Verblühen ab
–    schneiden Sie spätestens die Beeren (Achtung sie sind giftig) ab und entsorgen Sie sie im Müll.

  • Entfernen Sie alle Jungpflanzen

 

In einem zweiteiligen Kurs erfahren Sie alles was Sie wissen müssen um erfolgreich zu kompostieren.

25. September 2020
20:00 – 21:30 Uhr Theorieabend
Treffpunkt: Vereinszimmer, Gemeindesaal in Buchs AG

26. September 2020
10:00 – 12:00 Uhr Praxisteil
Treffpunkt: Pilatusstrasse 2 in Buchs AG

Kursleitung: Walter Wyler

Kurskosten: 30.– Fr.

Teilnehmerzahl: max 7 Personen

Anmelden per Mail an info@nvvbuchs.ch

Der Kurs ist offen für alle, die sich für das Kompostieren interessieren.

Wir freuen uns auf Sie.

Entdecken Sie Buchs – Natur im urbanen Wohnraum

Kennen Sie den Natternkopf? Nein, ich meine damit nicht den Kopf einer Ringelnatter, sondern die Pflanze. Der gewöhnliche Natternkopf gehört zu meinen Lieblings-Wildpflanzen. Aber auch bei den Wildbienen ist er unter den Top Ten der Futterpflanzen.

Im Moment können Sie viele Exemplare davon entlang der Tramstrasse sehen. Nach dem Bau der neuen Lärmschutzwände wurde das entstandene „Beet“ zwischen der Wand und dem Gehweg, mit zusätzlichem Kies, Steinen und Sand ergänzt, um eine Ruderalfläche anzulegen. Ein paar wenige Kletterpflanzen wurden eingebracht, um die Wände zu begrünen und zusätzlich etwas Saatgut für einheimische Wildpflanzen.

Ruderalflächen sind natürliche Böden, die weder gedüngt noch mit Gartenerde oder Kompost aufgewertet werden. Sie sind eine fast verschwundene ursprüngliche Landschaftsform, die erst in den letzten Jahren wieder vermehrt angelegt wird. Diese nährstoffarmen Flächen bieten Lebensraum für einheimische Wildpflanzen und Tiere wie Feldheuschrecken, Laufkäfern, Bodenspinnen, Ameisen, Grabwespen, Wildbienen und viele mehr.

Eine Ruderalfläche entwickelt sich über Jahre und verändert sich immer wieder. So entdecke ich immer wieder Neues entlang der Tramstrasse und freue mich über die wachsende Vielfalt, die sich auch bereits auf die Fläche des ehemaligen Tramtrasse ausgeweitet hat.

Auch auf kleinen Flächen können Ruderalpflanzen gut gedeihen und sind wertvolle Futterpflanzen für Insekten. So wachsen bei mir im Garten und auch auf dem Balkon zahlreiche Wildblumen. Sie haben den grossen Vorteil, dass sie nicht so oft gegossen werden müssen.

Vor Jahren habe ich einen Natternkopf geschenkt bekommen. Er verteilt sich überall, aber ich lasse ihn in der Regel gewähren. Gerne setzte ich mich in seine Nähe, geniesse einen Kaffee oder Tee und beobachte die Bienen und Hummeln, wie sie die zahlreichen Blüten nach Nektar absuchen.

„Campanulas Rapunculus“  Die Gartenkids 1

Wir sähen und pflanzen für die Schmetterlinge, Wildbienen und Co. und erleben den Frühling im Garten.

10. Juni 2020
  1. Juli 2020
  2. September 2020
14:00 – 16:00 Uhr

Kinder ab der 1. Klasse
50.– Fr. (inkl. Pflanzen und Saatgut) 

 

„Humulus Lupulus“ Die Gartenkids 2 

Wir sähen, ernten, beobachten und erleben die Jahreszeiten im Garten.

19. August 2020
28. Oktober 2020
24. März 2021


14:00 – 16:00 Uhr

Kinder ab der 3. Klasse
50.– Fr. (inkl. Pflanzen und Saatgut)

 

Insekten Forschertag mit Lea Kamber

Wir gehen auf die Pirsch! Mit der Käferforscherin spüren wir Käfer und Insekten auf und erfahren viel Spannendes über sie.

20. Mai 2020 wegen der Corona Pandemie wird er auf das nächste Jahr verschoben.
14:00 – 16:30 Uhr

Kinder ab der 2. Klasse
15.– / 10.– Mitglieder NVV Buchs AG

Gartenkidskurse 2020
Anmeldung Gartenkids und Insektenforscher *

 

Ein Teil dieses Interviews wurde im Buchser Bote vom April 2020 abgedruckt.

Marianne, seit wann warst du Präsidentin?

Nachdem ich seit 2000 im Vorstand als Aktuarin mitarbeitete, wurde ich an der Mitgliederversammlung 2014 zur Präsidentin des Vereins gewählt. Übernommen habe ich das Amt von Walter Wyler. Da ich einen aktiven und engagierten Vorstand an meiner Seite wusste, habe ich das Amt gerne übernommen. 

 

Es gibt viele Sachen, die während deiner Zeit als Präsidentin umgesetzt wurden. An welche erinnerst du dich besonders gerne und evtl. warum?

Wir habe in dieser Zeit einige Projekte umsetzen können. Gerne erinnere ich mich an das Pflanzen einer Hecke hinter der Leichtathletikanlage Suhrenmatte und an das Montieren von zwei Turmfalken-Kästen beim Kieswerk im Lostorf. Beide Male wurden wir von Schüler/innen und engagierten Lehrerkräften tatkräftig unterstützt.

 Mein absolutes Highlight war das Projekt Bircherwiese. Da konnten wir die bestehenden Kirschbäume mit zwanzig Apfelbäumen von Pro Specie Rara ergänzen. Besonders gefreut hat mich, dass alle Bäume von Buchsern/innen gespendet wurden. Gerne denke ich an den Abend zurück, als Kinder der damaligen 2. Klasse mit ihren Eltern und Geschwistern die Bäume pflanzten. Dass nun der Spielplatz hier aufgewertet wurde ist für mich ebenfalls eine tolle Sache. Mögen sich nun die Apfelbäume gut entwickeln und die Kinder und deren Eltern sich an dem tollen Spielplatz erfreuen.

 

Gibt es Erlebnisse im NVV, die dich jetzt noch zum Schmunzeln bringen, wenn du daran denkst? Erzählst du uns eines/mehrere?

Da gibt es einiges zu erzählen:

Immer wieder freue ich mich bei einem Anlass im Grüebli im Suhrhard, wie die Kinder hier spielen können. Die Umgebung ist ein idealer Tummelplatz für sie. Hier können sie sich nach Herzenslust austoben und herumrennen sowie auf dem auf dem Hosenboden herunterrutschen. Und wie damals, als unsere Kinder noch klein waren, geht am Abend kaum ein Kind in sauberen Kleidern nach Hause. Was gibt es für ein Kind Schöneres.  

Das zweite ist eine Teichputzete im Lochweier, als sich das vermeintlich nicht so tiefe Wasser des Teiches plötzlich als recht tief entpuppte und einer der anwesenden Männer bis über die Knie im Schlamm eingesunken ist. Trotzdem wurden die zu üppig wachsenden Pflanzen reduziert, Schlamm herausgeschleppt und am Schluss war der Teich sauber und offen. Am Abend waren nicht nur alle Kinder schmutzig und vermutlich liefen an diesem Samstagabend einige Waschmaschinen auf Hochtouren.

 

Was gefällt dir am NVV?

Dass es immer Menschen gibt, die bei unseren Arbeitsanlässen anpacken und mithelfen. Das gemeinsame Arbeiten in und für die Natur empfinde ich als eine Bereicherung. Es ist ein wertvoller Einsatz für die Biodiversität in unserer Gemeinde.

 

Wenn du einen Vogel aussuchen müsstest, welchen würdest du wählen und warum?

In unserm Naturgarten fühlen sich viele verschiedene Vögel wohl. Im Herbst freue ich mich jeweils über das Rotkehlchen, es findet Asseln, Spinnen und weiteres Getier, wenn ich den Boden bearbeite. Mit seiner leuchtenden roten Brust, erfreut es mich und meinen Mann den ganzen Winter hindurch.

 

Gibt es Begegnungen, die du als besonders wertvoll in Erinnerung hast?

Wertvoll waren für mich immer die Begegnungen mit den Menschen, die an unseren Anlässen teilgenommen haben und mit denen wir zusammen etwas bewegen konnten. An dieser Stelle danke ich allen in der Gemeinde, dem Bauamt und der Kreisschule Buchs-Rohr, die unsere Ideen und Projekte unterstützt und bereichert haben. Geschätzt habe ich Treffen mit anderen Natur- und Vogelschutzvereinen und dem Dachverband, BirdLife Aargau. Hier konnte ich mich mit Gleichgesinnten austauschen und Anregungen für die eigene Arbeit im Verein mitnehmen. Die vielen Exkursionen, an denen ich in all den Jahren teilgenommen habe, waren für mich ebenfalls eine spannende Bereicherung.

 

Gibt es etwas, das du deinem Nachfolger auf den Weg mitgeben möchtest?

Mein Nachfolger Silvan Kaufmann arbeitet schon einige Jahre im Vorstand mit. Er bringt grosse Erfahrungen aus seinem Beruf mit, kennt die politischen Abläufe und die wichtigen Akteure in unserer Gemeinde. Er ist der ideale Nachfolger und sich bewusst, dass Naturschutzarbeit immer auch politisches Denken und Handeln bedeutet.

Ich wünsche ihm, dass es ihm gelingt seine Ideen zu verwirklichen und die Menschen in unserer Gemeinde weiterhin für die Natur zu interessieren und sie zu aktiver Mitarbeit zu gewinnen.

 

Herzlichen Dank, Marianne für den Einblick in deine Jahre als Präsidentin des NVVs. Wir freuen uns, dass du anlässlich der GV zum Ehrenmitglied gewählt wurdest und wir weiterhin im Verein auf dich zählen können.

 

Zorro mit Augenbinde
Das Männchen des Neuntöters ist durch seine schwarze Augenbinde, den hellen bis rosafarbenen Bauch und den grauen Oberkopf unverkennbar. Das Weibchen ist mit dem mehrheitlich braun gefärbten Federkleid beim Brüten perfekt getarnt. Neuntöter leben vor allem in Kulturlandschaften mit Niederhecken, extensiv genutzten Weiden oder Obstgärten, Rebbergen und Waldlichtungen mit umgebenden Magerwiesen, Brachen oder sonst einem reichhaltigen Angebot an Pflanzen und somit an Insekten. Er brütet vom Mittelland bis hinauf auf 1950 m ü. M.

Friedlicher als sein Name
Der Neuntöter ernährt sich überwiegend von Heuschrecken, Grillen,  Käfern, Spinnen, Hummeln, Wespen sowie kleinen Wirbeltieren. Von einer Warte aus erspäht er seine Beute und erhascht sie im Flug oder greift sie am Boden. Bei genügend Nahrung spiesst er einen Teil seiner Beute auf Dornen auf. Seinen Namen verdankt der Neuntöter, auch Rotrückenwürger genannt, diesem Verhalten. Man meinte früher, dass er zuerst neun Tiere aufspiesse und sie erst dann verzehre. (Quelle Birdlife Schweiz)

Mehr über den Neuntöter können Sie auf birdlife.ch lesen.