Zorro mit Augenbinde
Das Männchen des Neuntöters ist durch seine schwarze Augenbinde, den hellen bis rosafarbenen Bauch und den grauen Oberkopf unverkennbar. Das Weibchen ist mit dem mehrheitlich braun gefärbten Federkleid beim Brüten perfekt getarnt. Neuntöter leben vor allem in Kulturlandschaften mit Niederhecken, extensiv genutzten Weiden oder Obstgärten, Rebbergen und Waldlichtungen mit umgebenden Magerwiesen, Brachen oder sonst einem reichhaltigen Angebot an Pflanzen und somit an Insekten. Er brütet vom Mittelland bis hinauf auf 1950 m ü. M.

Friedlicher als sein Name
Der Neuntöter ernährt sich überwiegend von Heuschrecken, Grillen,  Käfern, Spinnen, Hummeln, Wespen sowie kleinen Wirbeltieren. Von einer Warte aus erspäht er seine Beute und erhascht sie im Flug oder greift sie am Boden. Bei genügend Nahrung spiesst er einen Teil seiner Beute auf Dornen auf. Seinen Namen verdankt der Neuntöter, auch Rotrückenwürger genannt, diesem Verhalten. Man meinte früher, dass er zuerst neun Tiere aufspiesse und sie erst dann verzehre. (Quelle Birdlife Schweiz)

Mehr über den Neuntöter können Sie auf birdlife.ch lesen.

Kürzlich hatte ich eine Unterhaltung mit einem angehenden Rentner. Er winkte gleich ab, als ich ihn fragte, was er jetzt machen würde. Er habe bereits die Pflege des Umschwungs von einem Unternehmen vor Ort angenommen. Natürlich fand ich das sehr spannend und habe die Hoffnung ausgedrückt, dass es sich um ein naturnah eingestelltes Unternehmen handle.

Von der Natur sprechend sagte er mir, mit Blick auf meinen Garten, dass seine Frau eben einen «aufgeräumten» Garten möchte, es darf nicht so aussehen wie bei mir! Tja, das ist der Preis, den man für einen naturnahen Garten bezahlt, es sieht nicht aufgeräumt aus und einen gepflegten Rasen findet man auch nicht.

Ein naturnaher Garten ist wie ein Supermarkt für Pflanzen und Tiere. An solchen Orten befinden sich für die Tierwelt wertvolle einheimische Sträucher, Stauden und Bäume, in denen sie sich ihre bevorzugte Kost und Logis selber aussuchen können.

Übrigens kennen Sie die Homepage www.floretia.ch? Geben Sie dort Ihren Wohnort ein, welche Tiere Sie anlocken möchten und allenfalls wie viel Platz Sie zum Bepflanzen haben. Einen kurzen Moment später erscheint eine Liste mit Vorschlägen für Pflanzen und/oder Kleinstrukturen für Ihren Garten.

Haben auch Sie den Mut einen unaufgeräumten Garten zu haben. Schneiden sie stehengelassene Sträucher und Stauden erst im März ab. Schichten Sie die Äste im Garten zu einem lockeren Haufen auf und nutzen Sie die Zeit, die Sie früher für das viele Rasen mähen brauchten, um Pflanzen und Tiere zu beobachten.

Zum Schluss ganz wichtig: Freuen Sie sich, wenn jemand zu Ihnen sagt, Ihr Garten sei nicht aufgeräumt!

Herzliche Grüsse, natürlich aus dem Garten

Verena Tüscher

PS: Dieser Bericht ist im Buchser Boten 1/2020 erschienen.

Was wird doch im Herbst in unseren Gärten geschnitten und gehäckselt, gerecht und geblasen! Dabei gäbe es oft einfache Lösungen: Äste und Laub lassen sich zu Haufen aufschichten und bilden wertvolle Kleinstrukturen, in welchen Amphibien, Igel und Blindschleichen überwintern können. Im nächsten Sommer brüten in den Asthaufen vielleicht auch Rotkehlchen und Zaunkönig.
Laub von einheimischen Bäumen bildet eine gute Abdeckschicht im Garten und wird über den Winter von den Regenwürmern und weiteren Bodentieren gefressen und zu Humus verarbeitet. Werden Bäume und Büsche mit dem nötigen Abstand zu Nachbarsgrenzen und Wegen gesetzt, müssen sie auch nicht alljährlich geschnitten werden. Bis zum nächsten Schnitt in einigen Jahren ist der alte Asthaufen schon fast verrottet.
Steinhaufen an sonnigen Lagen bieten Eidechsen Unterschlupf. Erstaunlich ist auch, was sich unter einem lockeren Brett im Garten verbirgt. Für Kinder ist es jedes Mal ein Erlebnis zu schauen, was alles forthuscht, wenn das Brett gedreht wird. Dickeres Totholz und Holzstrünke an sonnigen Standorten sind Lebensraum für viele Käferlarven und Insekten. Samenstände von Wildpflanzen sollen im Herbst nicht abgeschnitten werden. Die Sämereien werden im Herbst/Winter gerne von Vögeln gefressen. Jedes Jahr kann auch eine andere Ecke der Blumenwiese über
den Winter stehen gelassen werden. Schmetterlinge und weitere Insekten überwintern oft als Ei, Raupe oder in einem Kokon als Jungtiere in solchen Strukturen.

Hier erfahren Sie mehr darüber, wie Sie in Ihrem Garten einen Unterschlupf für Igel herstellen können: https://www.igelzentrum.ch/images/Doc/astlaubhaufen.pdf

In unseren Gärten fallen nun die farbigen Sträucher und Bäume auf. Hecken und grosse Bäume prägen ein Quartier nachhaltig. Sie bilden lauschige Ecken, werden als Abgrenzungen verwendet und bringen einen Hauch Natur und unser Dorf. Sie sind Wind- und Sichtschutz, Staubfänger und tragen mit ihrer Blattmasse zur Sauer-stoffproduktion bei. Eine 25 m hohe Buche hat eine Gesamtblattfläche von ca. 1600 Quadratmetern und setzt täglich rund 7000 Liter Sauerstoff frei, den Tagesbedarf von rund 50 Menschen.
Einheimische Sträucher und Bäume bieten vielen Tieren Lebensraum und Nahrung. So gedeihen über 160 Insektenarten auf einem Weissdorn. Jetzt im Herbst liefert der Holunder zahlreichen Zugvögeln Beerennahrung. Im Winter picken Amseln die roten Beeren der Vogelbeere und des Schneeballs. Die Beeren setzen bis in den Winter hinein Farbakzente und können zu feinen Konfitüren oder Sirups verarbeitet wurden.
Grosse Bäume brauchen Raum, der bei der Quartier- oder Gartengestaltung ein-berechnet werden muss. Kopfweiden lassen sich hin-gegen regelmässig zurück schneiden. Hecken sind vor allem dann wertvoll, wenn sie eine Vielfalt an einheimischen Sträuchern aufweisen und wenn Ast- und Laubhaufen darin angelegt werden. Sie sollen selektiv und ab-schnittsweise gepflegt wer-den. Ein jährlicher Radikal-schnitt in eine Viereck- oder Rundform ist der Tod einer Naturhecke.
Falls Sie bei sich im Garten eine Hecke oder auch einen Einzelstrauch pflanzen wollen, ist der späte Herbst die beste Zeit dafür. Wir beraten Sie gerne bei der Wahl von geeigneten Sträuchern und Bäumen für Ihren Garten.

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An Futterhäuschen hat man im winterlichen Garten Gelegenheit, Vögel aus nächster Nähe zu beobachten. In einem naturnahen Garten picken Vögel gerne auch Beeren von einheimischen Heckensträuchern ab oder Sämereien von Wildblumen.


Wann kann man Vögel füttern?

In milden Wintern finden Vögel meistens genug Nahrung. Füttern Sie deshalb erst bei Dauerfrost und Eisregen oder wenn eine geschlossene Schneedecke liegt. Füttern Sie vorzugsweise am Morgen, wenn die Vögel nach der langen Nacht hungrig sind. Am Nachmittag kann etwas Futter nachgefüllt werden, damit die Vögel genügend Nahrung für die kalte Nacht haben.

Weiterführende Informationen finden Sie in diesem Merkblatt:

  • Fütterung von Kleinvögeln: Wann und wie ist Fütterung sinnvoll? PDF 213 kb

Was ist das richtige Futter?

Vogelfutter aus Sonnenblumenkernen und Hanfsamen fressen die meisten Vögel am liebsten. Weichfresser nehmen gerne auch Haferflocken, Rosinen und reife Äpfel. Meisen und Buntspecht gehen gerne an Fettkugeln. Alles, was Palmöl, Kokosfett oder Erdnüsse beinhaltet, ist aus ökologischen Gründen nicht empfehlenswert. Das Gütesiegel «von BirdLife Schweiz empfohlen» garantiert naturnahe Produkte und qualitativ einwandfreies Futter.


Füttern, gewusst wie

Ein Silo bei Futterhäuschen sorgt dafür, dass die Vögel nicht im Futter stehen und es verkoten können. Das Futter darf nicht nass werden, und man sollte es auch nicht auf den Boden streuen.

Stellen Sie Futterhäuschen wenn möglich in die Nähe von Bäumen und Büschen. So haben Vögel einen Zufluchtsort. Die Futterstelle sollte dennoch im Umkreis von zwei Metern gut überschaubar sein, damit sich Katzen nicht anschleichen können.


Sauberkeit muss sein

Seuchenartige Erkrankungen wie die Salmonellose, eine tödliche bakterielle Darminfektion, können an Futterplätzen übertragen werden. Darum ist es wichtig, Vogelkot im Futter zu vermeiden. Vogelkot immer mit heissem Wasser beseitigen. Finden Sie tote Vögel um das Vogelhaus, entsorgen Sie diese sofort. Reinigen Sie das Vogelhäuschen gründlich und warten Sie 2–3 Tage, bis Sie es wieder einsetzen.


Ein jeder frisst, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

Körnerfresser

Finken und Sperlinge haben einen kräftigen Schnabel. Sie picken gerne Sonnenblumenkerne und Hanfsamen. Meisen und Kleiber tun sich ebenfalls daran gütlich. Auch zerhackte Baum- und Haselnüsse sind beliebt.

Insekten- und Weichfresser

Amsel und Rotkehlchen sind Weichfresser. Sie fressen gerne Haferflocken, Rosinen und reifes Obst.

Zugvögel

Sie sind eher selten Gast am Futterhäuschen. Trotzdem kann ein schneereicher Vorfrühling Zugvögeln wie dem Star die Nahrungssuche erschweren. Darum Komposthaufen oder Miststöcke abdecken und Haferflocken, Rosinen oder alte Äpfel füttern.