Kennen Sie den Natternkopf? Nein, ich meine damit nicht den Kopf einer Ringelnatter, sondern die Pflanze. Der gewöhnliche Natternkopf gehört zu meinen Lieblings-Wildpflanzen. Aber auch bei den Wildbienen ist er unter den Top Ten der Futterpflanzen.

Im Moment können Sie viele Exemplare davon entlang der Tramstrasse sehen. Nach dem Bau der neuen Lärmschutzwände wurde das entstandene „Beet“ zwischen der Wand und dem Gehweg, mit zusätzlichem Kies, Steinen und Sand ergänzt, um eine Ruderalfläche anzulegen. Ein paar wenige Kletterpflanzen wurden eingebracht, um die Wände zu begrünen und zusätzlich etwas Saatgut für einheimische Wildpflanzen.

Ruderalflächen sind natürliche Böden, die weder gedüngt noch mit Gartenerde oder Kompost aufgewertet werden. Sie sind eine fast verschwundene ursprüngliche Landschaftsform, die erst in den letzten Jahren wieder vermehrt angelegt wird. Diese nährstoffarmen Flächen bieten Lebensraum für einheimische Wildpflanzen und Tiere wie Feldheuschrecken, Laufkäfern, Bodenspinnen, Ameisen, Grabwespen, Wildbienen und viele mehr.

Eine Ruderalfläche entwickelt sich über Jahre und verändert sich immer wieder. So entdecke ich immer wieder Neues entlang der Tramstrasse und freue mich über die wachsende Vielfalt, die sich auch bereits auf die Fläche des ehemaligen Tramtrasse ausgeweitet hat.

Auch auf kleinen Flächen können Ruderalpflanzen gut gedeihen und sind wertvolle Futterpflanzen für Insekten. So wachsen bei mir im Garten und auch auf dem Balkon zahlreiche Wildblumen. Sie haben den grossen Vorteil, dass sie nicht so oft gegossen werden müssen.

Vor Jahren habe ich einen Natternkopf geschenkt bekommen. Er verteilt sich überall, aber ich lasse ihn in der Regel gewähren. Gerne setzte ich mich in seine Nähe, geniesse einen Kaffee oder Tee und beobachte die Bienen und Hummeln, wie sie die zahlreichen Blüten nach Nektar absuchen.